Du warst bisher Teil des Teams. Jetzt trägst du Verantwortung für dieses Team. Auf einmal musst du Erwartungen aussprechen, Entscheidungen treffen und Gespräche führen, die du früher vielleicht deinem Vorgesetzten überlassen hast.

Gerade am Anfang ist die Versuchung gross, sofort alles verbessern zu wollen. Ich würde zuerst drei Dinge klären.

1. Was wird von mir erwartet?

Welche Ziele soll dein Team erreichen? Wofür trägst du selbst die Verantwortung, und welche Entscheidungen kannst du treffen? Wenn das unklar ist, sprich es mit deiner vorgesetzten Person an. Halte die wichtigsten Erwartungen schriftlich fest. So hast du eine Grundlage, auf die du später zurückkommen kannst.

2. Wo steht mein Team wirklich?

Schau nicht nur auf die Zahlen. Sprich mit den einzelnen Mitarbeitenden. Was funktioniert gut? Wo fehlen Wissen, Zeit oder klare Abläufe? Welche Themen werden immer wieder verschoben?

Höre zuerst zu und prüfe dann, was du beobachtest. Ein schwaches Ergebnis kann verschiedene Ursachen haben. Ohne diese zu verstehen, greift eine Massnahme oft zu kurz.

3. Was muss ich jetzt klar ansprechen?

Vielleicht kommen Termine nicht zustande. Vielleicht hält jemand Abmachungen nicht ein. Oder zwei Personen arbeiten schlecht zusammen. Solche Themen werden selten besser, wenn du lange wartest.

Bereite das Gespräch sachlich vor: Was hast du konkret beobachtet? Welche Wirkung hat es? Was erwartest du künftig? Höre dir auch die Sicht der anderen Person an. Vereinbart anschliessend, wer was bis wann tut und wann ihr die Entwicklung überprüft.

Du musst als neue Führungskraft nicht auf jede Frage sofort eine Antwort haben. Aber du solltest für Klarheit sorgen und offene Punkte angehen. Ein guter erster Schritt ist oft ein ehrliches Gespräch – mit deinem Vorgesetzten, deinem Team oder einer einzelnen Person.

Welche Führungsfrage beschäftigt dich gerade? Schreib mir. Auch wenn du sie noch nicht fertig formuliert hast, können wir gemeinsam Ordnung hineinbringen.